Presseinformation zum Geschäftsjahr 2002 des MAHLE Konzerns 1. Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2. Geschäftsverlauf 2002 a) Umsatz b) Finanz- und Ertragslage c) Investitionen in Sachanlagen d) Mitarbeiter 3. Technologieführerschaft bei neuen Motorkomponenten und Systemen a) MONOTHERM® Stahlkolben für höchstbelastete Dieselmotoren b) MAHLE Leichtbauventil auf dem Weg zur Serieneinführung 4. Neue Großaufträge für die langfristige Zukunftsentwicklung des Konzerns a) DaimlerChrysler Großauftrag für die Power Cell der V6-Motoren mit 3,3 und 3,8 l Hubraum b) Lieferungen von Kolben-Assemblies, Nockenwellen und Ölfiltermodulen für die neue Dieselmotorengeneration von Peugeot S.A. (PSA) c) Neues BMW/PSA Vierzylinder-Ottomotoren-Projekt mit MAHLE Kolbenassemblies 5. Strategisches Wachstum in Asien 6. Ausblick 1. Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Am Jahresanfang waren die Erwartungen hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sehr unterschiedlich. Generell gingen wir von einem geringen Wachstum der Weltwirtschaft aus. Nur die USA und China konnten ihr Bruttoinlandsprodukt steigern. Die Zuwachsrate der USA erhöhte sich um 2,4 Prozent im Berichtsjahr. China konnte sein Bruttoinlandsprodukt im Berichtsjahr sogar um 7,5 Prozent steigern. Beide Länder bewirkten, daß das weltweite Bruttoinlandsprodukt um 2,5 Prozent (Vorjahr 2,1 Prozent) anstieg. Die anderen Weltregionen konnten jedoch die positiven Erwartungen nicht erfüllen: In Lateinamerika ging das Bruttoinlandsprodukt um 1,1 Prozent zurück. Japan bewältigt seine Strukturkrise weiterhin nur zögerlich; ein Rückgang von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts war die Folge. Auch in der Europäischen Union verlangsamte sich das Wachstum von 1,4 auf 0,8 Prozent. Deutschland konnte nach einem Wachstum von 0,6 Prozent im Jahr 2001 nur noch einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 erzielen. Gemessen an der Gesamtwirtschaft zeigte sich die weltweite Automobilindustrie dennoch stabil. Mit 57,7 Mio. Fahrzeugen wurde die Vorjahresproduktion leicht übertroffen. Dabei stellte sich in den einzelnen Weltregionen ein sehr unterschiedliches Bild dar: Im NAFTA-Raum stiegen die Produktionszahlen um 5,7 Prozent, obgleich dies nur durch außergewöhnliche Kaufanreize erreicht wurde. Die chinesische Automobilindustrie zeigte mit 39,2 Prozent eine sehr deutliche Steigerungsrate auf. Die japanische Automobilindustrie konnte die Produktionszahlen, trotz schwacher Inlandsnachfrage, aufgrund der Ausweitung der Exporte, um 4,3 Prozent erhöhen. Unterstützt wurde diese Tendenz durch die Währungsschwäche des Yen, die das Exportklima für japanische Produkte förderte. In der Europäischen Union wurde mit einem Rückgang von 1,8 Prozent trotz innovativer Technik und der Einführung neuer Modelle das Produktionsniveau der Vorjahre nicht erreicht. Besonders problematisch war die Entwicklung des Nutzfahrzeugmarktes. Die deutsche Automobilindustrie verzeichnete einen Rückgang von 3,9 Prozent. Sie ist damit seit zwei Jahren rückläufig. Ohne eine nachhaltige stabile Exportquote wäre aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage ein noch stärkerer Rückgang zu verzeichnen gewesen. In Lateinamerika stagnierten die Produktionszahlen, trotz der engen Verflechtung mit der US-Wirtschaft, ebenfalls. Die Argentinienkrise und Neuwahlen in Brasilien führten zu einem Vertrauensverlust, der die wirtschaftliche Entwicklung spürbar beeinträchtigt hat. 2. Geschäftsverlauf 2002
Trotz der schwachen Automobilmärkte, insbesondere in Europa hat MAHLE im Geschäftsjahr 2002 ein neunprozentiges Umsatzwachstum erwirtschaftet. Das Vertrauen in unsere Innovationskraft führte zu einer Ausweitung des Produktprogramms und dadurch zu einem gesunden organischen Wachstum. Gezielte Akquisitionen in für uns strategisch wichtigen Ländern wie Kanada, Mexiko, Korea und Australien haben die globale Marktposition weiter gestärkt. Erfreulicherweise spiegelt sich der Umsatzwachstum auch in einer Steigerung des operativen Ergebnisses wider. Dies wurde vor allem durch Kostenreduzierung erreicht; insbesondere unsere großen Auslandsstandorte setzten ein weiteres Mal durch deren hohe Mitarbeitermotivation ein großes Potential frei. Der operative Netto-Cashflow konnte überproportional gesteigert werden. a) Umsatz Durch das neunprozentige Umsatzwachstum realisierte MAHLE im Geschäftsjahr 2002 zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Umsatz von deutlich mehr als drei Milliarden Euro. Entscheidend geprägt wurde das Umsatzwachstum durch die strategischen Akquisitionen der Jahre 2001 und 2002. Die größte und für die Marktpositionierung bedeutendste Akquisition stellt die im Filtergeschäft tätige MAHLE Tennex-Gruppe mit ihren Werken in Japan, USA, Großbritannien und den Philippinen dar. Sie wurde zum 1. April 2001 in den Konzern integriert und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von knapp einer halben Milliarde Euro. Ohne die neuen Gesellschaften und bei gegenüber dem Vorjahr konstanten Wechselkursen wäre ein organisches Wachstum von 3,8 Prozent auszuweisen. Dieser Erfolg ist vor allem auf die verstärkte Systemlieferung in allen Unternehmensbereichen und damit auf die hohe Technologiekompetenz von MAHLE zurückzuführen. Unternehmensbereich Kolben und Motorkomponenten Der Unternehmensbereich Kolben und Motorkomponenten erhöhte einschließlich der neu konsolidierten Gesellschaften seinen Umsatz um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz des Produktionsrückgangs der Europäischen Automobilindustrie gelang es, in Europa das Umsatzniveau auch ohne die Neukonsolidierungen zu halten. Unternehmensbereich Filtersysteme Der Umsatz des Unternehmensbereichs Filtersysteme stand mit seinem Wachstum von 20,4 Prozent überwiegend im Zeichen der Vollkonsolidierung der zum 1. April 2001 erworbenen MAHLE Tennex-Gruppe. Weitere Beteiligungserwerbe stellen die mehrheitliche Übernahme früherer Joint Venture-Gesellschaften in Mexiko, Indien und Korea dar. Das organische Wachstum wurde annähernd gleichermaßen mit allen Produktgruppen erzielt. Unternehmensbereich Ventiltriebsysteme Der Unternehmensbereich Ventiltriebsysteme schloß das Geschäftsjahr 2002 gegenüber dem Vorjahr auf einem nahezu konstanten Umsatzniveau ab. Leichte Umsatzrückgänge in Europa konnten durch Zuwächse in Nordamerika kompensiert werden. b) Finanz- und Ertragslage Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte mit 175 Mio. Euro (Vorjahr 155 Mio. Euro) über das Umsatzwachstum hinaus gesteigert werden, wobei die Entwicklungen in den Weltregionen sehr unterschiedlich verliefen. So stagnierten die Ergebnisse in Europa, während in Nord- und Südamerika Ergebnisverbesserungen realisiert werden konnten. Eine rasche Reaktion auf veränderte Marktbedingungen und ein straffes Kostenmanagement waren die Grundlagen des Erfolgs in Amerika. In Europa zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Als problematisch stellte sich die Ergebnisentwicklung an einigen deutschen und französischen Standorten dar. Deshalb wurden gezielte Restrukturierungsprogramme zur Wiedergewinnung einer ausreichenden Rentabilität gestartet. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist eine gegenüber dem Vorjahr reduzierte Personalkostenquote von 32,0 Prozent (Vorjahr 32,3 Prozent) realisiert. Das ist auf bereits begonnene Maßnahmen zur Wiedergewinnung einer befriedigenden Rentabilität in Europa und auf den steigenden Anteil von Ländern mit niedrigeren Personalkosten zurückzuführen. Der Anstieg der Materialkosten resultiert aus der verstärkten Lieferung von Systemumfängen mit geringerer Fertigungstiefe. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind erhebliche Beträge für die Bildung von Rückstellungen zur Restrukturierung enthalten. Des weiteren enthält diese Position Belastungen durch Währungsumrechnungsdifferenzen, hervorgerufen durch die Schwäche des US-Dollars, des brasilianischen Real und des japanischen Yen gegenüber dem Euro. Der Jahresüberschuß mit 81 Mio. Euro ist geprägt durch eine gegenüber dem Vorjahr erhöhte Steuerquote. Die Summe der Konzernbilanz blieb mit 2.221,5 Mio. Euro nahezu unverändert (Vorjahr 2.222,8 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote hat sich aufgrund der Thesaurierung des weitaus größten Teils des Jahresüberschusses mit 39,9 Prozent auf hohem Niveau stabilisiert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten im Vergleich zu den Vorjahren nochmals merklich auf nur noch 15,8 Prozent der Bilanzsumme zurückgeführt werden. Die Ausschüttung an die MAHLE Stiftung GmbH ist 3,0 Mio. Euro. c) Investitionen in Sachanlagen Ohne die Anlagenzugänge aus der Erstkonsolidierung beliefen sich im Geschäftsjahr 2002 die Investitionen in Sachanlagen auf 238,7 Mio. Euro. Obwohl bei deren Genehmigung besonders strenge Kriterien galten, übertrafen die Investitionen die Abschreibungssumme um 14,6 Prozent. Mit 169 Mio. Euro war das Investitionsvolumen des Unternehmensbereichs Kolben und Motorkomponenten deutlich höher als im Vorjahr. Einen besonderen Stellenwert für die Weiterentwicklung haben die Investitionen in Polen und Mexiko für eine neue Kolbengießerei und ein Pleuel-Bearbeitungswerk eingenommen. Auch der Ausbau der neu akquirierten Gesellschaft MAHLE-ACL Piston Products Pty Ltd./Australien mit neuer Kolbenfertigung war ein Investitionsschwerpunkt. Der Unternehmensbereich Filtersysteme investierte mit 64 Mio. Euro ebenfalls über dem vergleichbaren Vorjahreswert (Vorjahr 56 Mio. Euro). Der Einsatz der Investitionen folgte der strategischen Ausrichtung des Unternehmensbereichs auf neue Produkte und der tiefgreifenden Neuordnung des Produktionsverbunds der Gesellschaften. Nach den überdurchschnittlich hohen Investitionen der Vorjahre im Unternehmensbereich Ventiltriebsysteme wurde das Volumen im Geschäftsjahr 2002 planmäßig zurückgeführt. Trotzdem belaufen sich die Investitionen in Höhe von 38 Mio. Euro immer noch auf 9 Prozent des Umsatzes. Schwerpunkt der Investitionstätigkeit bildete der Auf- und Ausbau der MAHLE Motorteile GmbH, dem Europäischen Zentrum des Konzerns für die Fertigung gebauter Nockenwellen. Am Standort Stuttgart wurde im Geschäftsjahr 2002 die neue MAHLE Konzernzentrale fertiggestellt. Damit haben wir die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten über das bereits hoch stehende Niveau hinaus zu verstärken. d) Mitarbeiter Die Beschäftigtenzahl ist zum Ende des Jahres 2002 auf 29.122 Mitarbeiter angestiegen (Vorjahr 28.248). Dieser Anstieg ergibt sich ausschließlich aus den neu konsolidierten Gesellschaften. Ohne die Mitarbeiter aus den neuen Unternehmen ergibt sich eine Personalreduzierung von 1,0 Prozent. Dem gegenüber steht ein währungsbereinigter, organischer Umsatzzuwachs von 3,8 Prozent. Die Zahl der im Ausland Beschäftigten stieg auf 20.343 (Vorjahr 19.189); ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft beträgt nunmehr knapp 70 Prozent (Vorjahr 68 Prozent). Anteil Beschäftigter nach Regionen: Europa - 53,1 Prozent Amerika - 37,6 Prozent Asien/Pazifik - 9,3 Prozent 3. Technologieführerschaft bei neuen Motorkomponenten und Systemen
a) MONOTHERM® Stahlkolben für höchstbelastete Dieselmotoren MAHLE hat in den vergangenen 24 Monaten das neue Konzept einteiliger, geschmiedeter Stahlkolben zur Serienreife entwickelt. Im Dieselmotor bringen sie bei höchster Druck- und Temperaturbeanspruchung deutliche Verbesserungen bei der Wirkungsgradsteigerung und der weiteren Senkung des Kraftstoffverbrauchs. Im Vergleich zu konventionellen Aluminium-Kolben oder auch zu zweiteiligen Stahl-Aluminium-Pendelschaftkolben (FERROTHERM®) haben die neu entwickelten MAHLE MONOTHERM® Stahlkolben teilweise erhebliche Gewichtsvorteile und gleichzeitig gesteigerte Belastbarkeit bei gestiegenen Drücken und Temperaturen bei höheren spezifischen Motorleistungen. Im Jahr 2002 schon bei zwei amerikanischen Dieselmotorenherstellern mit großem Erfolg in die Großserie eingeführt, stehen die ersten Europäischen Anwendungen bei den großen Motorenherstellern für die Nutzfahrzeugindustrie kurz bevor. Die weltweit patentierten neuen MAHLE MONOTHERM® Stahlkolben werden zur Zeit auch bei Pkw-Kunden getestet, um das eindeutig gegebene Potential zur weiteren Kraftstoffreduzierung durch diese neue Kolbentechnologie ernsthaft auf den Großserieneinsatz hin zu überprüfen. MAHLE ist der Überzeugung, mit dieser neuartigen Technologie einen weiteren wesentlichen Schritt zur Optimierung des Dieselmotors beigetragen zu haben. Wir sind sicher, daß in weniger als fünf Jahren mehrere Millionen dieser neuartigen Kolben in neuen Dieselmotoren zur Anwendung kommen. b) MAHLE Leichtbauventil auf dem Weg zur Serieneinführung Die in den vergangenen 24 Monaten durchgeführten intensiven Entwicklungsarbeiten zur Produkt- und Serienprozessreife haben überzeugende Fortschritte gebracht. Der alte Traum aller Motoreningenieure - leichte Ventile bei bezahlbaren Kosten - geht damit in Erfüllung. Leichtes Ventilgewicht heißt: höhere mögliche Drehzahlen, geringe Reib- und Verlustleistung im Motor, bessere Akustik und Kraftstoffreduzierung damit geringere Emissionen. Frühere Versuche mit exotischen Keramikwerkstoffen sind an extremen Kosten gescheitert. Das MAHLE Leichtbauventil aus geschweißten, hochlegierten Stahlblechen liegt kostenmäßig auf einer Ebene mit den konventionellen Motorventilen - bei einem Gewichtsvorteil von mehr als 30 Prozent. Nach mehreren Tausend Stunden erfolgreicher Versuche im befeuerten Motorbetrieb und in Testfahrzeugen im Straßenversuch ist geplant, im nächsten Jahr die ersten Serienlieferungen aufzunehmen. Auch hier sind für die Folgejahre Millionen-Stückzahlen geplant. 4. Neue Großaufträge für die langfristige Zukunftsentwicklung des Konzerns
a) DaimlerChrysler Großauftrag für Pleuel der V6-Motoren mit 3,3 und 3,8 l Hubraum Nachdem MAHLE bereits für diese Motorenfamilien der Chrysler-Corporation die Kolben liefert, wurde nun in Verhandlungen zwischen MAHLE und Chrysler die Entscheidung getroffen, die fertig bearbeiteten Pleuel von MAHLE zu beziehen. Ab 2004 wird dieser neue Großauftrag jährlich zweistellige Millionenumsätze zum Wachstum von MAHLE beitragen. Neben hohen Investitionen in neue automatisierte Produktionsanlagen werden durch diesen neuen Großauftrag eine große Anzahl neuer Mitarbeiter, insbesondere im MAHLE Werk in Mexiko, eingestellt. Für diesen neuen Auftrag werden die Pleuel-Rohlinge bei MAHLE in Kanada geschmiedet, im mexikanischen MAHLE Werk Ramos Arizpe schließlich werden die Pleuel mit Hochpräzision fertig bearbeitet. Die Kolben für diese Motoren werden im amerikanischen MAHLE Werk in Morristown/Tennessee hergestellt. b) Lieferungen von Kolben-Assemblies, Nockenwellen und Ölfiltermodulen für die neue Dieselmotorengeneration von Peugeot S.A. (PSA)
Die neue Dieselmotorenfamilie mit 1,4 l und 1,6 l Hubraum, die neben PSA auch bei Ford zum Einsatz kommt, beinhaltet wesentliche MAHLE Lieferumfänge. Neben den mit Chrom-Keramik-Kolbenringen aus eigener Produktion bestückten Salzkern-Kühlkanal-Kolben vertrauen diese neuen Motoren für die Ventilsteuerung auf die von MAHLE entwickelte und patentierte gebaute Nockenwelle mit fertig geschmiedeten Sinternocken. Für den Ölkreislauf der Motoren steuert MAHLE das komplette Ölfiltermodul mit integriertem Öl-Wasser-Wärmetauscher bei. Die seit 2002 angelaufenen verschiedenen Hubraumvarianten der Motoren werden einen Lebenszyklus bis ans Ende dieses Jahrzehnts haben. Der kumulierte Umsatz für den betreffenden Zeitraum wird mehr als ?...? Mio. Euro betragen. MAHLE liefert die Kolben aus seinen Werken in Frankreich und Polen, die Kolbenringe aus Portugal, die Nockenwellen aus seinem neuen Werk in Leibertingen und die Ölfiltermodule aus dem größten Europäischen Filterwerk in St. Michael/Österreich. In allen betroffenen Werken trägt der PSA-Großauftrag wesentlich zur Standort- und Beschäftigungssicherung bei. c) Neues BMW/PSA Vierzylinder-Ottomotoren-Projekt mit MAHLE Kolbenassemblies Auch für das zwischen der BMW AG und PSA vereinbarte Gemeinschaftsprojekt zur Entwicklung und Produktion einer neuen Vierzylinder-Ottomotoren-Familie wurde MAHLE als Alleinlieferant der Kolben/Kolbenbolzen-Assemblies nominiert. Dabei setzen unsere beiden Kunden auf die große Erfahrung und neueste Leichtbaukolben-Technologie von MAHLE zur Verminderung von Reibleistung und Kraftstoffverbrauch. Die neue Motorengeneration wird in mehreren zukünftigen BMW- und PSA-Fahrzeugbaureihen zum Einsatz kommen und in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in Bauzahlen von mehreren Millionen an verschiedenen europäischen Standorten produziert. Eine Festlegung der MAHLE Produktionsstandorte für diesen weiteren Großauftrag ist noch nicht getroffen. Entscheidend für die Standortwahl wird ein Vergleich der Kostenrahmenbedingungen der europäischen MAHLE Standorte sein. 5. Strategisches Wachstum in Asien
Betrug der Asienanteil am MAHLE Umsatz vor wenigen Jahren noch unter drei Prozent, so werden im Jahr 2003 bereits mehr als 15 Prozent des geplanten Jahresumsatzes von ca. 3,3 Mrd. Euro in Asien erzielt werden. Erreicht wurde diese Steigerung durch die beiden Großakquisitionen der japanischen MAHLE Tennex Corp., der MAHLE Izumi Corp., dem größten japanischen Dieselkolben-Hersteller sowie zahlreichen Neugründungen in China, Korea und Australien. MAHLE befindet sich damit bereits heute in einer Spitzenstellung unter allen westlichen Automobilzulieferfirmen und liefert damit den Beweis für die erfolgreiche Umsetzung der konzernweiten Globalisierungsstrategie. In den nächsten Jahren ist geplant, den Umsatzanteil in Asien durch überdurchschnittliche Wachstumsraten und neue Werke auf ca. 25 Prozent zu steigern. 6. Ausblick
Für 2003 erwartet MAHLE keine Erholung der Weltkonjunktur. Lediglich aus Nordamerika und China könnten positive Impulse kommen. Das zu Beginn des Jahres 2003 von der US-Regierung beschlossene Konjunktur-Förderprogramm wird sich positiv auf die Wirtschaft auswirken, allerdings ist die Entwicklung wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten kaum zu prognostizieren. Für Südamerika mehren sich die Anzeichen, daß es durch die Entwicklung in Brasilien und die enge Anbindung an die US-Wirftschaft zu keinem weiteren Konjunkturrückgang kommt. Das überdurchschnittliche Wachstum Chinas dürfte sich weiter fortsetzen, dagegen wird sich Japan auch 2003 nicht deutlich aus der Strukturkrise befreien können. In der Europäischen Union hält die Konjukturschwäche voraussichtlich an; innerhalb der Europäischen Union wird Deutschland Schlußlicht bei den Wachstumsraten bleiben. Für die Automobilindustrie könnte eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung in einem oder zwei Kontinenten den Auslöser für ein partielles Wachstum bilden. Dabei ist Europa aufgrund der rückläufigen Binnennachfrage auf den Export angewiesen. Angesichts der negativen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und des Kursanstiegs des Euro erscheint eine Belebung der Europäischen Automobilproduktion jedoch wenig wahrscheinlich; Es muß mit nochmals sinkenden Produktionszahlen gerechnet werden. Trotz der aktuellen Schwäche der Automobilkonjunktur setzt MAHLE in seiner langfristigen Strategie auf weiteres Wachstum und seine Fähigkeiten als Entwicklungspartner und Systemanbieter der Automobilindustrie. Dazu wurde gegen Ende des Jahres 2002 die Nockenwellen-Fertigung der BMW AG in Berlin mehrheitlich übernommen. Seit Januar 2003 wird Izumi Industries Ltd., der bisher größte konzernfreie Kolbenhersteller Japans, als MAHLE Gesellschaft unter dem neuen Namen MAHLE Izumi Corp. geführt und zu 100 Prozent von MAHLE gehalten. Die Izumi-Gruppe erwirtschaftete im Zwölfmonatszeitraum des Jahres 2002 einen Umsatz von 171 Mio. Euro. An den Europäischen und insbesondere an den deutschen Standorten wird konsequent das Ziel weiter verfolgt, Kosten und Preise in Einklang zu bringen, um wieder eine angemessene Rentabilität erreichen zu können. Im ersten Quartal 2003 konnte MAHLE entgegen dem Markttrend und trotz der sich deutlich negativ auswirkenden Wechselkursverhältnisse der Auslandswährungen seinen Umsatz um 4,5 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum steigern. Wechselkursbereinigt würde sich ein Umsatzwachstum von 12 Prozent ergeben. Wesentlich zum Wachstum beigetragen haben die neu konsolidierten MAHLE Izumi Corp. in Japan sowie das neue MAHLE Mehrheits-Joint Venture mit BMW zur Nockenwellen-Produktion in Berlin-Spandau. MAHLE GmbH Zentrale Unternehmenskommungikation / Öffentlichkeitsarbeit Stuttgart, den 16.04.03 |